Schwarmorganisation - So arbeiten wir

Stiftungen haben keine Mitglieder, ihre Arbeit wird bestimmt vom s.g. Stifterwillen. Innerhalb dieser Rechtsform sind partizipative, demokratische Elemente nur eingeschränkt zu realisieren.

Deshalb bilden wir gemeinsam mit Einzelpersonen und Institutionen Schwarmorganisationen/Netzwerke, deren Mitglieder als Team gemeinsam an der Lösung einer gesellschaftlichen Herausforderung arbeiten. Die Entscheidungen zu Prioritäten, Vorgehensweisen, Organisation u.v.m. werden gemeinsam im Team getroffen.

Als Mitglied solcher Teams kümmert sich die Stiftung „Ecken wecken“ i.d.R. um Öffentlichkeitsarbeit, Kontakt zu Verwaltung und Politik, Finanzierung und oft auch um neues ‚Personal’ - denn für viele Arbeitsschritte braucht es die passenden Bürgerexperten und unser Alltag sorgt dafür, dass manche den Schwarm auch mal eine zeitlang verlassen müssen, um sich stärker ihren privaten Herausforderungen in Familie, Job, Studium etc. widmen zu können.

Hier finden sich weitere Infos zum Thema Schwarmorganisation + Koproduktion:

  • "Koproduktion in der Praxis", Treffen des Stiftungsnetzwerkes Bildung S-SA-T am 07.09.2018 - Download - Hinweis: Die Animation auf Seite 4 ist im pdf leider nicht darstellbar. Wir suchen nach einer Lösung.
  • "Die Schwarmorganisation ‘in a nutshell'", Dr. Silvester Schmidt - Link

 

Schwarmorganisationen am Beispiel von 'Wir im Quartier'

In Anlehnung des Beitrags "Die Schwarmorganisation ‘in a nutshell'" haben wir im Folgenden versucht, die Prinzipien und Werte von Schwarmorganisationen auf die Strukturelemente im Projekt Wir im Quartier (Arbeit s.g. Transformationsteams im Kontext einer Quartiersplattform) zu übertragen. Das alles ist noch in Diskussion und wir freuen uns auf Kommentare hierzu.

Grundlegende Prinzipien/Eigenschaften einer Schwarmorganisation:

  • Das Teilen von Erfahrungen erfordert Offenheit und Vertrauen und erhöht die Effektivität, das Teilen von Wissen führt zu gegenseitigem Lernen und steigert die Exzellenz und das Teilen von Information ermöglicht die notwendige Transparenz.
  • Zentral ist die Fähigkeit zur Formwandlung. Wie Stammzellen können sich alle Arten von ‚Organen’ bilden. Und genauso können die Mitglieder von Schwarmorganisationen jede beliebige Organisationsform bilden und entsprechende Rollen darin einnehmen. Die einzelnen Teilbereiche/ Transformationsteams arbeiten als Netzwerkorganisation zusammen.
  • Unterschiedliche Kompetenzträger finden sich aus eigenem Antrieb zu Transformationsteams für neue Projekte zusammen.
  • Eine kleine Kernorganisation innerhalb der Quartiersplattform (Steuerungsgruppe) sorgt für die hierzu erforderlichen Rahmenbedingungen und unbedingt notwendigen Regeln.
  • Machthierarchien werden ersetzt durch eine Selbststeuerung der Organisation. Teammitglieder tun, was aus ihrer intimen Kenntnis der Situation/Problemstellung wirklich wichtig ist.
  • Community Organizer als Dienstleister der Schwarmorganisation halten laufend Ausschau nach gesellschaftlichen Verbesserungspotentialen in unterschiedlichen Bereichen eines Quartiers bzw. einer Stadt und verbessern die Strategie. Sie “empowern” die Transformationsteams und schaffen bestmögliche Rahmenbedingungen für ‚Wissensarbeiter’. Die Steuerungsgruppe berät Transformationsteams, unterstützt die Kooperation, beseitigt Barrieren, stellt Informations- und Kommunikationsinfrastruktur zur Verfügung, organisiert Workshops zur Abstimmung von Leitlinien/Strategien für die Quartiersplattform usw..

Bestimmende Werte einer Schwarmorganisation:

  • Exzellenz im Sinne von Erstklassigkeit. Sie bezieht sich auf die Qualität von Lösungen in vielen gesellschaftlichen Bereichen sowie die persönliche Weiterentwicklung der Wissensarbeiter. Exzellenz ist der dominante Wert der Schwarmorganisation.
  • Sinnhaftigkeit bezieht sich auf die Übereinstimmung der Mission der Quartiersplattform mit individuell wahrgenommenem Sinn oder Lebenszweck.
  • Selbstorganisation stützt sich auf Freiwilligkeit, Selbstverantwortung und Durchlässigkeit.
  • Gestaltungswille für den Arbeitsbereich aller Transformationsteams und für die gesamte Quartiersplattform.
  • Machtverzicht auf allen Ebenen, auch innerhalb der Substrukturen der Organisation. Führende Akteure innerhalb der Quartiersplattform üben sich in Bescheidenheit und Demut – als Gegenpole zu Narzissmus und Allmachtsphantasien.
  • Achtsamkeit im Sinne von Akzeptanz und Wertschätzung der eigenen Person, von anderen sowie der Umwelt.
  • Kommunikation, die aktiv, offen und umfassend geschieht. Hierzu gehört auch der bewusste und konstruktive Umgang mit Konflikten, die als Chancen für bessere Lösungen gesehen werden.
  • Beziehungsorientierung als Grundlage für leistungsfähige Teams. Gesunde und auf Vertrauen basierende zwischenmenschliche Beziehungen sind Erfolgsfaktoren der Teamarbeit.

Zusammenfassung der Vorteile einer Schwarmorganisation in wenigen Stichworten:

  • robust/resilient
  • schnell
  • innovativ
  • lösungsorientiert
  • motiviert
  • effizient
  • selbstoptimierend
  • wandlungsfähig