Wir im Quartier

'Wir im Quartier' ist Teil der Projektreihe Stadt gemeinsam gestalten. Dazu bildete der Bürgerbahnhof Plagwitz den Ausgangspunkt. In der Transformation dieses ca. 15 ha großen Güterbahnhofes in einen Ort der Kommunikation und Begegnung sammelten die Beteiligten umfangreiche Erfahrungen in der koproduktiven Stadtgestaltung zwischen Zivilgesellschaft, Verwaltung und Politik. Diese flossen ein in die Stadtgestalter-Seminare Gemeinsam lernen im Quartier. Im Rahmen von 'Wir im Quartier' (WiQ) arbeiten wir nun weiter an innovativen Demokratieformen, die die gemeinsame Lösungsarbeit von Bürgern, Stadtbezirksbeiräten, Quartiersräten und der Verwaltung langfristig ermöglichen und später auch auf andere Quartiere/Orte transferiert werden sollen.

WiQ befindet sich derzeit in Entwicklung und Abstimmung mit unterschiedlichen Gremien in Leipzig. Anhand dieser inhaltlichen Struktur fassen wir im Folgenden den aktuellen Arbeitsstand zusammen:

  • Was ist WiQ?
  • Warum braucht es WiQ?
  • Wo haben koproduktive Ansätze bereits ihre Wirksamkeit gezeigt?
  • Welche Funktionen sollte WiQ bereitstellen? Welche organisatorischen Elemente braucht es dazu?
  • Wie sieht der Gesamtprozess aus?
  • Wie können Parallelstrukturen im Quartier vermieden werden?
  • Wer ist 'Wir' bei 'Wir im Quartier'?
  • Was ist unser Ziel?

 

Was ist WiQ?

Warum braucht es WiQ?

Wo haben koproduktive Ansätze bereits ihre Wirksamkeit gezeigt?

Die diesbzgl. umfangreichsten Erfahrungen konnten im Rahmen des s.g. 'Projektteams Bahnhof Plagwitz' gesammelt werden, einem koproduktiv arbeitenden Team aus - je nach Aufgabenphase - Vertretern unterschiedlicher Ämter der Stadtverwaltung Leipzig und der Zivilgesellschaft. Das folgende Chart zeigt anhand von zwei Beispielen für Einzelprojekte (im Kontext von WiQ 'Transformationsteams' genannt), dass koproduktives Arbeiten sowohl in kurzlebigen alsauch in jahrelang arbeitenden Teams sehr wirkungsvoll sein kann.

Hier ein paar Beispiele für Herausforderungen/Aufgabentypen im 'Projektteam Bahnhof Plagwitz', die nicht hätten gelöst werden können, wenn Verwaltung, Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft nicht gemeinsam die Realisierung des Bürgerbahnhofs Plagwitz betrieben hätten. Schließlich hatte die Verwaltung seit der Wende bereits zweimal in Verhandlungen mit der Bahn vergeblich 'alleine' versucht, das Areal zu erwerben und zu einem Grünraum/Frischluftschneise umzugestalten.

Dazu wurde im Projektteam eine besondere Arbeitskultur entwickelt: sich informieren, einander zuhören, auch mal streiten und dabei immer kompromisbereit nach tragfähigen Lösungen suchen. Koproduktion lernt man aber eher nicht in der Schule, deshalb braucht es Weiterbildungsprojekte wie Gemeinsam lernen im Quartier.

Aber nicht nur am Bürgerbahnhof zeigte sich die Wirkung koproduktiver Zusammenarbeit. Auch im Rahmen des Projektes 'Gemeinsam lernen im Quartier' konnten kleine Transforationsteams - etwa zu den Themen Nachbarschaftsräume/Stadtgang, Kochkomplizen und Fahrrad-Mobilität - ihre Arbeit aufnehmen. Aktuell sind sie jedoch nur noch zum Teil aktiv, was aber die Notwendigkeit von WiQ zeigt, denn Transformationsteams brauchen unterstützende Strukturen, um zielgerichtet und wirkungsvoll arbeiten zu können.

Die bisherigen Anwendungen sind folglich Einzelerfolge, die darauf beruhten, dass zur richtigen Zeit die richtigen Leute mit den richtigen Fähigkeiten zusammenkamen. Damit entsprechende Wirkung in vielen künftigen Projekten entfaltet werden kann, müssen flexible Strukturen geschaffen werden, die diese in ihrer koproduktiven Arbeit unterstützen.

Und: Koproduktives Arbeiten ist kein Vorgehen für alle Herausforderungen im Quartier. Koproduktives Arbeiten macht z.B. eher wenig Sinn, wenn eine Herausforderung effizient und mit guten Erfolgen und guter gesellschaftlicher Akzeptanz auch nur von Mitgliedern eines 'Players', d.h. der Verwaltung, der Politik, der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft etc. allein erreicht werden kann.

Welche Funktionen sollte WiQ bereitstellen? Welche organisatorischen Elemente braucht es dazu?

Um von einem Problem zur Lösung zu kommen, müssen die im linken Kasten nötigen Funktionen erfüllt werden. Und dazu braucht es Organisationselemente (Gruppen, Menschen), die diese Funktionen übernehmen. Derzeit arbeiten wir an entsprechenden Aufgabenbeschreibungen für Community Manager, Steuerungsgruppe und Transformationsteams.

Übrigens: Probleme, die innerhalb von WiQ gelöst werden sollen, können von unterschiedlichen Beteiligten thematisiert/eingebracht werden, z.B. von einer AnwohnerIn, einer MitarbeiterIn der Stadtverwaltung, einem Unternehmen, einem Verein etc.

Community Manager und Mitglieder der Steuerungsgruppe sorgen dafür, dass für die Arbeit in einem Transformationsteam die geeigneten Leute zusammenkommen, um das jeweilige Ziel zu erreichen.

Wie sieht der Gesamtprozess aus?

Und hier ein Überblick über den Gesamtprozess der Lösungsfindung. Die Abkürzungen stehen für: CM - Community Manager / SG - Steuerungsgruppe / TT - Transformationsteam / depot - depot.social / xxx - noch offen.

Wie können Parallelstrukturen im Quartier vermieden werden?

Die aktuell geplante Zusammensetzung der Steuerungsgruppe bringt die Stärken der Vertreter aus Verwaltung, Standtbezirksbeiräten und Quartiersrat zusammen und vermeidet Parallelstrukturen.

Stadtbezirksbeirat (SBB) und Quartiersrat (QR) selbst können sich damit stärker auf ihre bisherigen Aufgaben konzentrieren, gleichwohl die in WiQ stattfindenden Mitgestaltungsprozesse unterstützen und selbst davon profitieren.

 

Wer ist 'Wir' bei 'Wir im Quartier'?

Zzt. sind wir ein kleines Entwicklungsteam, welches derzeit in Abstimmung mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen in Zivilgesellschaft, Verwaltung und Politik die künftigen Strukturen und Prozesse weiter entwickelt.

Was ist unser Ziel?

Die Stärke unserer Demokratie muss sich immer wieder neu beweisen. WiQ soll dazu beständig wachsende Netzwerke von Menschen aus Verwaltung, Politik, Zivilgesellschaft/Bürgern, Wirtschaft etc. schaffen, die auf Augenhöhe und mit gegenseitiger Wertschätzung GEMEINSAM konkrete Lösungen für kommunale Herausforderungen erarbeiten/umsetzen. Damit zielen wir auf bessere und breiter akzeptierte Lösungen vor Ort und (wieder) mehr Identifikation mit Nachbarschaft -> Quartier -> Kommune. Mehr Identifikation bildet die Basis für eine stärkere Mitgestaltung und Mitverantwortung sowie weniger 'Politikverdrossenheit'. Noch in 2019 möchten wir beginnen, WiQ zunächst im Leipziger Westen zu pilotieren.

Was sind Ihre Gedanken zu WiQ?

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.
Und wenn Sie Lust haben, bei WiQ mitzuwirken, freuen wir uns auf eine Mail von Ihnen.